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Wilhelm Meisters Lehrjahre

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»Nun geschwind«, versetzte Friedrich, »wie sieht’s mit den Zeremonien aus? Die lassen sich an den   Fingern   herzählen;   Ihr   müßt   reisen,   die  Einladung  des  Marchese  kommt  Euch  herrlich zustatten. Seid Ihr nur einmal über die Alpen, so findet sich zu Hause alles; die Menschen wissen’s Euch Dank, wenn Ihr etwas Wunderliches unternehmt, Ihr verschafft ihnen eine Unterhaltung, die sie  nicht  zu  bezahlen  brauchen.  Es  ist  eben,  als  wenn  Ihr  eine  Freiredou te  gäbt;  es  können  alle Stände daran teilnehmen.« »Ihr habt Euch freilich mit solchen Volksfesten schon sehr ums Publikum verdient gemacht«, versetzte der Abbé, »und ich komme, so scheint es, heute nicht mehr zum Wort.« »Ist  nicht  alles,  wie  ich’s  sage«,  versetzte  Friedrich,  »so  belehrt  uns  eines  Bessern.  Kommt herüber, kommt herüber! wir müssen sie sehen und uns freuen.« Lothario  umarmte  seinen  Freund  und  führte  ihn  zu  der  Schwester;  sie  kam  mit  Theresen  ihm entgegen, alles schwieg. »Nicht  gezaudert!«  rief  Friedrich.  »In  zwei  Tagen  könnt  ihr  reisefertig  sein.  Wie  meint  Ihr, Freund«, fuhr er fort, indem er sich zu Wilhelmen wendete, »als wir Bekanntschaft machten, als ich Euch  den  schönen  Strauß  abforderte,  wer  konnte  denken,  daß  Ihr  jemals  eine  solche  Blume  aus meiner Hand empfangen würdet?« »Erinnern Sie mich nicht in diesem Augenblicke des höchsten Glücks an jene Zeiten!« »Deren Ihr Euch nicht schämen sollet, sowenig  man sich seiner Abkunft zu schämen hat. Die Zeiten  waren  gut,  und  ich  muß  lachen,  wenn  ich  dich  ansehe:  du  kommst  mir  vor  wie  Saul,  der Sohn Kis’, der ausging, seines Vaters Eselinnen zu suchen, und ein Kö nigreich fand.« »Ich kenne den Wert eines Königreichs nicht«, versetzte Wilhelm, »aber ich weiß, daß ich ein Glück erlangt habe, das ich nicht verdiene und das ich mit nichts in der Welt vertauschen möchte.« 297
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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